Erster Einblick: Meine Daten bei Google
Google-Nutzer haben es seit heute einfacher, sich einen Überblick über die beim Suchmaschinenriesen gespeicherten Daten zu ihrer Person zu verschaffen. Dafür hat Google das neue Dashboard (“Armaturenbrett”) vorgestellt; Vorstellung, Video und ergänzende Links hier.
Ich habe natürlich den Service gleich genutzt, um für meine digitalen Teilidentitäten (Niemals alle Aktivitäten über ein Konto!) eine “Kontenprüfung” durchzuführen.
Google führt alle mit meinem Konto verknüpften Dienste auf und erwähnt am Ende die noch nicht integrierten Produkte mit Informationen über meine Person. Dabei werden öffentliche Daten besonders hervorgehoben. Der Zugriff auf die jeweiligen Datenschutzbestimmungen und mögliche Profilverwaltungen ist übersichtlich.
Wie fast immer (SCHUFA-Auskunft einholen, Mailprogramm durchstöbern, Rechnungen sortieren, Passwortlisten im Browser entrümpeln), bin ich auch diesmal erschrocken über die Fülle der “irgendwann” genutzten Dienste und der dort erhobenen Daten. Als Nutzer stehe ich damit vor der Frage, wie ich mit dem neuen Wissen umgehe.
Meine Einschätzung:
- Mit dem Dashboard geht Google einen Schritt in die richtige Richtung: Transparenz zählt.
- Die Selbstverwaltung von Profildaten, aber auch von Werbeeinwilligungen, Kommunikationswünschen etc. liegt im Trend.
- Mit dem Überblick habe ich “ein stärkeres Maß” an Selbst-Kontrolle über meine Kontodaten wiedergewonnen. Mehr oder weniger.
- Das Dashboard erinnert mich an meine eigene gelegentliche Datenfreigiebigkeit. Die Mahnung finde ich gut.
- Je mehr Dienste ich mit einem Google-Konto verknüpfe, desto besser sollte mein Passwort beschaffen sein (und beschützt werden), damit das Dashboard nicht zu einem komfortablen Werkzeug für Identitätsdiebe wird.
- Wie unkompliziert ich einzelne Dienste tatsächlich “abschalten” kann, werde ich in den nächsten Tagen mit ein paar Abmeldungen ausprobieren (und danach versuchen, mich mit derselben Mailadresse wieder anzumelden).
- Zugleich bleibt ein Unbehagen: Google ist weit größer als das, was hier dargestellt und offengelegt wird. Bei der regelmäßigen Nutzung fallen Unmengen weiterer Datenspuren an.
Oder, wie in einem Kommentar gelesen:
“Bildlich betrachtet stünde google nackig dar, wenn alle Geheimnisse um ihre Daten gelüftet würden, ich glaube sie hat noch nicht mal begonnen sich auszuziehen.”
Meine persönliche Google-Strategie hat sich dadurch nicht geändert – vielleicht ein paar Tipps auch für andere:
- Google-Konten nur im absolut notwendigen Umfang nutzen. Viele Dienste lassen sich ohne Konto nutzen (z.B. auch Alerts -wenigstens teilweise).
- Bei Bedarf mehrere Konten nutzen (z.B. dienstlich, privat, Verein, Sport, etc.). Im Zweifelsfall ein Konto = ein Dienst, z.B. bei YouTube. Nach der Nutzung wieder abmelden.
- Google-Suche nicht verwenden, während man angemeldet ist. Hier bin ich einfach skeptisch…
- Sichere Passwörter verwenden und geheimhalten!
- Google-Alternativen verwenden, so weit möglich (Piwik statt Analytics, Google Maps nicht für Routenplanung, kein Desktop, AdSense etc.).
- Regelmäßig Cookies löschen
Ich bin persönlich derzeit kein Google-Freund (siehe hier) und werde so schnell keiner werden, aber ich begrüße das Dashboard trotz aller Bedenken als brauchbares Beispiel für andere Anbieter.
Zwei Links zum Thema:
“Sechs Tipps für den Datenschutz – Wie Sie Ihre Daten vor Google verbergen” (Computerwoche): http://www.computerwoche.de/security/1895339/
“Welche Daten sammelt Google, ein interessanter Überblick” (Datenwachschutz Blog): http://www.blog.datenwachschutz.de/2009/01/welche-daten-sammelt-google-ein-interessanter-uberblick/