Google Analytics & Co.: Anonymisierung von IP-Adressen

Der “Düsseldorfer Kreis” der Datenschutzaufsichtsbehörden für den nicht-öffentlichen Bereich hat sich auf seiner letzten Sitzung in Stralsund mit einem (unverbindlichen) Beschluss zu Webanalysediensten (pdf) positioniert. Auf den Inhalt gehen Artikel bei heise und Daten-Speicherung.de detailliert ein; mich hat besonders die klare Stellungnahme zur Notwendigkeit verkürzter IP-Adressen interessiert:

Die IP-Adresse ist kein Pseudonym im Sinne des Telemediengesetzes.

[...]

Die Analyse des Nutzungsverhaltens unter Verwendung vollständiger IPAdressen (einschließlich einer Geolokalisierung) ist aufgrund der Personenbeziehbarkeit dieser Daten daher nur mit bewusster, eindeutiger Einwilligung zulässig. Liegt eine solche Einwilligung nicht vor, ist die IP-Adresse vor jeglicher Auswertung so zu kürzen, dass eine Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen ist.

Damit liege ich mit meinen eigenen Einstellungen bezüglich Provider und Wordpress-Konfiguration auf der sicheren Seite (das Piwik-Experiment dauert noch an).

Den Hinweis auf einen interessanten – und noch nicht so verbreiteten – Artikel zur vorsichtigen Annäherung von Google an deutsche Befindlichkeiten verdanke ich @seomicha auf twitter. Die dort aufgeworfene Frage wird uns wohl weiter beschäftigen: “Anonymisiert Google (demnächst) IP-Adressen?”. Ich stimme mit dem Verfasser überein: Was teilweise sehr emotional diskutiert wird, kann mit etwas gutem Willen (fast) ohne Gesichts- und Geschäftsverlust aus der Welt geschafft werden.

5 Kommentare

  1. Eine Frage… sind die IP-Adressen wirklich eindeutig einer Person zuzuordnen? Und – wird da nicht übertrieben mit manchen Sachen. Im Grunde.. bin ich mit dem Impressum auf meinem Blog sowieso eindeutig zu identifizieren. Okay, man kann also nachvollziehen, dass ich auf einem Blog zum Thema Datenschutz einen Kommentar hinterlasse – und?

  2. Bereitstellung anonymer Nutzungsmöglichkeiten… einverstanden. Ich betrachte das einmal als Blogger – wenn ich anonyme Kommentare zulasse, habe ich keine Möglichkeit, herauszufinden, wer da als ‘Anonym’ irgend etwas schreibt. Die Personen identifizieren, die irgend etwas lesen – das kann ich nicht. So gesehen stellt sich für mich die Frage, ob das nicht schon anonym genug ist… wer will, kann sich namentlich zeigen oder auch nicht. Ganz praktisch – ist es sinnvoll, notwendig, dafür Sorge zu tragen, dass meine Blogbesucher absolut anonym bleiben können?

  3. Jens Ferner sagt:

    Wieder der (plumpe) Hinweis auf die Übersicht von mir zur Frage, ob die IP personenbezogen ist:
    http://www.ip-adressen-recht.de/personenbezogen

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