Günther Jauch (un)berechtigt verärgert über Amazon?
Günther Jauch gruselt sich vor Amazon, das wissen wir seit heute dank Bild und Beckmann. Ausführliche Zitate erspare ich mir, auch wenn es den Traffic erhöhen würde.
Wo liegt das Problem: Die Amazon gibt Empfehlungen aufgrund der bisherigen Einkäufe. Durchs Netz schwappen Häme-Wellen: “aha. #jauch ist also zu blöde die vorschlagslistenseite von #amazon zu ändern.”
Bisher habe ich Amazon aus dem Bauch heraus immer mal als gutes Beispiel angeführt, weil es so einen transparenten Eindruck macht: “Diesen Artikel haben wir empfohlen, weil Sie u.a. xyz gekauft haben. (Bitte ändern)”. Das ist doch schon mal was. Okay, das System ist nicht ganz perfekt: Mir wird z. B. “Gilmore Girls – Die komplette dritte Staffel” empfohlen, weil ich “Gilmore Girls – Die komplette vierte Staffel” gekauft habe – und mir wird “Gilmore Girls – Die komplette vierte Staffel” empfohlen, weil ich “Gilmore Girls – Die komplette dritte Staffel” gekauft habe (Um Günter Jauch zu zitieren “Natürlich nicht für mich selbst”).
Beim näheren Hinsehen klappt mir allerdings doch der Unterkiefer nach unten:
Kann ich die Empfehlungen ausschalten?
Wenn Sie keine Empfehlungen für Sie haben möchten, klicken Sie einfach auf unserer Startseite unterhalb der namentlichen Begrüßung auf den Link zur Abmeldung: “Wenn Sie nicht (Ihr Name) sind, klicken Sie hier”. Ignorieren Sie dann auf der nächsten Seite die beiden Eingabefelder und klicken Sie gleich wieder auf “Home”. Da Sie unsere Website nun nicht mehr erkennt, erhalten Sie während Ihres Besuches keine Empfehlungen mehr.
Klartext: Wir speichern Deine Empfehlungen. Wenn Du sie nicht sehen willst, dann anonymisiere Dich doch selber, Du … Kunde.
Natürlich bin ich den Empfehlungen nicht völlig hilflos ausgesetzt:
Artikel, die ich für andere gekauft habe, sollten nicht in die Empfehlungen für mich eingehen. Wie schließe ich diese Artikel aus?
Wenn Sie nicht möchten, dass von Ihnen gekaufte oder bewertete Artikel in unsere Empfehlungen für Sie eingehen, können Sie diese ausschließen:
Klicken Sie im jeweiligen Shop bei Ihren Empfehlungen auf den Link “Verbessern Sie Ihre Empfehlungen”. Deaktivieren Sie bei den jeweiligen Artikeln die Option “Für meine Empfehlungen berücksichtigen”.
Oops: Ich kann zwar einzelne Einkäufe für zukünftige Empfehlungen gewichten oder abwählen, aber dabei merke ich, dass Amazon tatsächlich alle meine 127 seit 2001 gekauften Produkte gespeichert hat. Sorry Amazon, aber das halte ich – im Datenschützerdeutsch – für “nicht erforderlich”. Leider kann ich das nicht abstellen, und das macht mich langsam etwas unfreundlich. Natürlich kenne ich die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten – das hat mit einer “ewigen” Shoppingliste allerdings nicht viel zu tun. Im Gegenteil, ab und zu habe ich schon vergeblich nach einer Rechnung aus dem vergangenen Jahr gesucht (oder habe ich da was übersehen?).
Fazit: Auch wenn ich an meiner Empfehlungsliste herumschrauben kann, die unabschaltbare Dauerspeicherung meiner Einkäufe finde ich auch – gruselig.
