Schutz (und Marktwert) unserer genetischen Informationen

Tobias Maier hat auf WeiterGen einen interessanten Artikel über den Umgang mit genetischen Informationen verfasst:

Google weiss was Du suchst, Facebook kennt Deine Freunde, Amazon weiss was Du liest, last.fm kennt Deinen Musikgeschmack, Twitter weiss was Du gerade machst, Dein Blog weiss, wie Du denkst, 23andMe, Navigenics oder deCODEme kennen die Sequenzen kurzer, definierter DNA-Stücke Deines Genoms.


Tobias Meier untersucht zunächst die Datenschutzversprechen der führenden Genotyping-Unternehmen. Er gibt einen kurzen Einblick in geltendes US-amerikanisches Recht und verweist dann auf die Bestimmungen in Deutschland (Stichwort Gendiagnostikgesetz). Unter der Überschrift “Was mache ich und andere aus meinen Daten?” stellt er die Gretchenfrage unserer Käuflichkeit: “Gentest gegen Beitragsrabatt”?

Wäre es denkbar, dass Versicherungen Produkte auflegen, speziell für Kunden, die ihre genetischen Daten freiwillig zur Verfügung stellen? Wie günstig müssten die Konditionen sein, wie viel individueller Service müsste geboten werden um mit maßgeschneiderten, personalisierten Versicherungsprodukten [sic], basierend auf den SNPs, Kunden zu Vertragsabschlüssen zu bewegen?

Beide Teile des Artikels sind lesens- und vor allem nachdenkenswert, findet auch netzpolitik.

Von mir zwei Anmerkungen:

1. Neben Versicherungen haben auch (potentielle) Arbeitgeber Interesse an den Erbinformationen der Bewerber und Mitarbeiter, hier greift ebenfalls das Gendiagnostikgesetz als ein Verbot mit Hintertürchen.

2. Beim Thema DNA und Datenschutz werde ich immer an den Welt-Artikel “Tyrannei des Datenschutzes” erinnert, in dem allen Datenschützern Gen-Defekte attestiert werden.  Kaum zu glauben, aber erst drei Jahre her.

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