Steganografie: Datenschutz auf elegante Art

Die Steganografie ist bekanntlich die Kunst der verborgenen Speicherung oder Übermittlung von Informationen. Die Sicherheit der Steganografie beruht darauf, dass ein Dritter ihre Verwendung nicht bemerkt und deshalb in der Regel nicht nach verborgenen Geheimnissen forscht. Nach meiner Auffassung eine sehr elegante Art, Daten vor fremden Augen zu schützen (sowohl im Sinne von “Datenschutz” nach BDSG als auch von “Datensicherheit”). Besondere Bedeutung erlangt die Stenografie in Umgebungen, die keine Kryptografie erlauben.

Heute hat das Institut für IT-Sicherheitsforschung der Fachhochschule St. Pölten in einer Pressemitteilung das angeblich erste praktikable Verfahren angekündigt, mit dem man ganze Dateisysteme unter Windows in einer Mediendatei verstecken kann. Dabei werden nach eigenen Angaben – im Unterschied zu bisher bekannten Lösungen – weder Größe noch andere Parameter der Ursprungsdatei wesentlich verändert.

Im Artikel bei ChannelPartner heißt es dazu:

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die neue Steganografie-Lösung im Rahmen des Projekts StegIT entstanden ist. Dieses legt seinen Schwerpunkt eher auf die Abwehr krimineller steganografischer Angriffe – doch ist Piller zufolge das Know-how im Bereich effizienter Lösungen Voraussetzung für effektive Arbeit im Bereich potenzieller Abwehrmethoden.

Steganografie ist nicht nur reizvoll, sondern hat in meinen Augen enormes Potential, wenn sie einfach einsetzbar wird.

P.S.: In der zugrundeliegenden Pressemitteilung (doc) der Fachhochschule St. Pölten bin ich über folgenden Satz gestolpert:

Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, die große Chancen – wie z. B. in der Staatssicherheit [...] bergen…

Nach einer Schrecksekunde habe ich mich daran erinnert, dass St. Pölten in Österreich liegt, wo der Begriff “Staatssicherheit” einen anderen KLang hat als hier in Deutschland.

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