Posts tagged ‘USA’

“Selbstkontrolle der Internetwirtschaft reicht beim Datenschutz nicht aus”

Ganz Internetdeutschland wartet seit dem Geodatengipfel gebannt auf die Bescherung am 7.Dezember: Zum IT-Gipfel der Bundesregierung soll die Internetwirtschaft einen Datenschutz-Kodex vorlegen; gleichzeitig will das BMI den Entwurf eines Geodaten-Gesetzes präsentieren.

Über das Für und Wider von Selbstverpflichtungen ist in den letzten Monaten heftig gestritten worden; die Gräben verlaufen beispielsweise quer durch das Bundeskabinett. Umso bemerkenswerter fand ich die folgende Meldung ausgerechnet aus den USA, bisher in Datenschutzfragen eher als “Mutterland der Selbstregulierung” bekannt:

Mitarbeiter von US-Präsident Barack Obama entwickeln derzeit eine Strategie, um den Datenschutz im Internet künftig besser durchzusetzen zu können, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf Regierungskreise. [...]
Einen klaren Abriss der neuen Strategie gibt es bislang offenbar noch nicht. In ersten Überlegungen habe die Obama-Regierung aber angemerkt, dass die Bemühungen zur Selbstkontrolle der Internetwirtschaft für eine Sicherung der Privatsphäre der Nutzer im Netz nicht ausreichten, schreibt das WSJ. Über ein neues “Datenschutzbüro” im Weißen Haus sollten daher jetzt Schritte eingeleitet werden, um das Vertrauen der Bürger in Online-Anwendungen zu erhöhen.

Quelle: Heise

Hoffen wir das Beste! Dass einer der Verantwortlichen ausgerechnet Schroeder heisst (Christopher Schroeder, Leiter des Office of Legal Policy im US-Justizministerium) , werte ich ganz persönlich als gutes Zeichen ;-)

Update: Hier ist der Link zum Artikel im Wall Street Journal

Noch ein Update: Fran Maier prognostiziert im TRUSTe-Blog: “Ultimately, I think an effective combination of bottom-up (self-regulatory) and top-down (federal regulation) efforts will carry the day.”

Statistik: 16.000 verlorene Laptops pro Woche

(Fast) jeder verlorene Laptop ist eine kleine – oder mittlere – Datenpanne. Etwa die Hälfte der Geräte enthielten vertrauliche Daten.

Was u.a. bei CIO als aktuelle Studie angepriesen wird, ist zwar schon vom Juli 2008, aber trotzdem interessant; Quelle: “Airport Insecurity” vom Ponemon Institut (zu Ponemon siehe auch hier):

  • 12.200 verlorene Laptops pro Woche in den 106 größten Flughäfen der USA, dabei knapp 5.000 in den Big 5
  • 3.400 verlorene Laptops pro Woche in den 7 größten Flughäfen Europas, dabei 300 in Frankfurt

Die Studie mit den angeführten Gründen für die Verluste (Hektik oder zu viele Gepäckstücke) und den vorhandenen Sicherheitsmechanismen (Deutschland führend bei  der Daten- und Festplattenverschlüsselung) ist ganz lesenswert.

Zum gestrigen Thema der gefühlten Sicherheit:

Over 28% of European and 34% of U.S. business travelers who say they do take steps to protect the sensitive or confidential information in their laptop computers don’t know how this information is protected.

Wohlgemerkt, die völlig ungeschützten Kisten sind da gar nicht mehr berücksichtigt (22% in Deutschland – 57% in Spanien). Die anderen fühlten sich wenigstens sicher: “Irgendwie hatte ich meine Daten geschützt, aber wie nur???”